Die Schweizer Tech-Industrie spielt eine Schlüsselrolle bei der Energiewende und der Entwicklung neuer Technologien. Swissmem setzt sich für optimale Rahmenbedingungen ein und fördert innovative Lösungen wie Power-to-X-Technologien. Die P2X Days 2024 zeigten, wie Unternehmen bereits heute neue Geschäftsfelder erschliessen und zur Klimaneutralität beitragen. Das Ziel ist klar: eine nachhaltige, wettbewerbsfähige und sichere Energieversorgung für die Zukunft.

von Roger Sonderegger, Swissmem

Mit über 1400 Mitgliedsfirmen ist Swissmem die führende Stimme der Schweizer Tech-Industrie. Gemeinsam erwirtschaften die Unternehmen der Tech-Industrie einen Gesamtumsatz von mehr als 90 Milliarden CHF, was rund 7% des Bruttoinlandprodukts der Schweiz entspricht. Gut 80% der Wertschöpfung wird exportiert, wobei der grösste Anteil an Waren und Dienstleistungen in die EU geht, gefolgt von den USA und China. Mit Hauptsitz in Zürich sowie Büros in Winterthur und Lausanne engagiert sich der Verband für die wirtschaftliche Stärke und Innovationskraft seiner Mitglieder.

Gut 330’000 Personen sind in der Tech-Industrie beschäftigt und dank dem Innovationsgeist und der globalen Wettbewerbsfähigkeit der Firmen konnte diese Zahl über die letzten Jahre auf diesem Niveau gehalten werden – von einer De-Industrialisierung kann keine Rede sein. Damit dies so bleibt, setzt sich Swissmem für optimale Rahmenbedingungen vonseiten der Politik und bei den Behörden ein. Auf der anderen Seite sind die Unternehmerinnen und Unternehmer gefordert, wachsam zu sein und ihre Firmen strategisch so weiterzuentwickeln, dass sie langfristig erfolgreich bleiben – ein wichtiges Element ist dabei das Erkennen und Wahrnehmen von Business Opportunities in neuen Geschäftsfeldern.

Aufgrund der klimatischen Veränderungen ist die Völkergemeinschaft zur Einsicht gelangt, dass massive Anstrengungen unternommen werden müssen, um den Ausstoss von Treibhausgasen signifikant einzudämmen und einen Weg Richtung Netto-Null einzuschlagen. Je nach Land und Volkswirtschaft sind die konkreten Zielsetzungen unterschiedlich, aber schliesslich wird es durch Technologieoffenheit und eine aussergewöhnliche Innovationsfähigkeit gelingen, diese Ziele zu erreichen.

Neue Energietechnologien sind ein wichtiges Puzzleteil auf dem Weg zu Netto-Null. Dazu gehören auch Power-to-X-Technologien, welche die Produktion von Wasserstoff (H2) sowie von verwandten Derivaten oder von synthetischen Treibstoffen (SAF – Sustainable Aviation Fuel) ermöglichen. P2X-Technologien bieten auch Lösungen für die Speicherung von chemischen Energieträgern sowie für den Transport von erneuerbaren Energien; schliesslich kann das gesamte Energiesystem mittels Sektorkopplung verbunden werden; auch CCUS Technologien gehören zum System (Carbon Capture and Utilization and/or Storage).

Roger Sonderegger

Neue Energietechnologien sind ein wichtiges Puzzleteil auf dem Weg zu Netto-Null.

Roger Sonderegger

Mehr über Roger Sonderegger

Roger Sonderegger ist Ressortleiter bei Swissmem und Sekretär Sektor «New Energy Systems». Swissmem unterstützt die Mitgliedsfirmen mit zahlreichen Dienstleistungen und einem grossen politischen Einsatz für optimale Rahmenbedingungen. Zudem bietet Swissmem viele Austausch-Plattformen an, um das eigene Wissen zu erweitern und das Netzwerk zu pflegen. Schliesslich gehört auch die ganze Landschaft der Interessenverbände sowie der Forschung und Wissenschaft zum erweiterten Netzwerk; ein regelmässiger Austausch mit Hochschulen, mit Fachhochschulen und mit anderen Organisationen, sei es im In- oder im Ausland, wird ebenfalls stark gepflegt.

Neue Geschäftsfelder erschliessen

In der aktuellen Phase sind noch viele global tätige Unternehmen im Bereich von «Oil&Gas» engagiert und erfolgreich; aus genannten Gründen wird dies nicht ewig so bleiben, so dass die meisten strategisch ausgerichteten Firmen auf der Suche nach neuen Geschäftsmöglichkeiten sind. Die Energiewende und damit verbundene neue Marktbedürfnisse, sei es von privater, öffentlicher oder von gemischtwirtschaftlicher Seite, verlangen neue Technologien und Anwendungen, was zu neuen Business Opportunities für verschiedene Akteure führt.

Weil das Interesse an der Energiewende sehr gross ist und weil es auch in der Techbranche ein grosses Informationsbedürfnis gibt, hatte Swissmem im Jahr 2024, gemeinsam mit Avenergy und dem P2X-Netzwerk SPIN erstmals die P2X Days in der Eventlocation JED in Schlieren organisiert.

Neben dem Blick über die Grenze nach Deutschland und Baden-Württemberg sowie nach der Beurteilung der eigenen Strategien für Wasserstoff, für die Gaswirtschaft und für die H2-Infrastruktur, war es Swissmem ein grosses Anliegen am P2X Congress DAY typische Beispiele von Firmen zu zeigen, welche schon in Richtung Energiewende unterwegs sind und erste Erfolge verbuchen können. Die «Use Cases» von BurckhardtCompression, von SWISS mit SYNHELION, von V-ZUG als Teil des Tech-Clusters Zug sowie von Voegtlin-Meyer waren exemplarisch dafür.

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Wasserstoff kann ein wichtiger Baustein für die Energiewende werden. Quelle: iStock

Viele Ziele gleichzeitig erreichen

Das Energie-Trilemma ist unterdessen gut bekannt: Es geht um Versorgungssicherheit, um gute Preise, darum wettbewerbsfähig zu bleiben und um Nachhaltigkeit. Es ist schwierig, bisweilen unmöglich, alle Ziele maximal zu erreichen, aber es wird eine Hauptaufgabe bleiben, in diesem Spannungsfeld die besten Lösungen für die Marktteilnehmer zu finden.

Mitgliedsfirmen von Swissmem sind in zweierlei Hinsicht am Thema Energie und an den künftigen Entwicklungen stark interessiert. Einerseits sind sie Energiekonsumenten und haben klare Erwartungen in Bezug auf das Energie-Trilemma.

Andererseits sind die Firmen in der Tech-Industrie sehr innovativ, sie treiben neue Technologien voran und wollen schliesslich einen grossen Teil der Marktleistungen exportieren, um nachhaltig Erfolg zu haben. Es freut uns sehr, Partner von Avenergy zu sein und gemeinsame Interessen und Werte zu pflegen sowie neue Technologien und das Unternehmertum zu fördern.