Die Luftfahrt muss defossilisiert werden – doch die Herausforderung ist gross. Während andere Verkehrsträger zunehmend elektrifiziert werden, fehlen für den Langstreckenflug realistische Alternativen zu flüssigen Treibstoffen. Sustainable Aviation Fuels (SAF) sind der Schlüssel, um Emissionen zu reduzieren, doch die heutige Produktion reicht bei Weitem nicht aus, um den Bedarf zu decken.

Um den Luftverkehr nachhaltig zu transformieren, braucht es neue Technologien, die skalierbar, effizient und wirtschaftlich sind. Genau hier setzt Synhelion an: Mit der weltweit ersten industriellen Anlage für Solartreibstoffe hat das Unternehmen gezeigt, dass nachhaltige Treibstoffe nicht mehr nur eine Idee sind. Nun gilt es, die Produktion hochzufahren und den Weg in eine defossilisierte Luftfahrt konsequent weiterzugehen.

Die neue Realität der Luftfahrt: SAF wird zur Pflicht

Die Zeit des Experimentierens mit nachhaltigen Treibstoffen ist vorbei, Regulierungen machen SAF zur neuen Realität der Luftfahrt. Mit Initiativen wie ReFuelEU Aviation schreibt die EU verbindliche SAF-Quoten vor: Die Quote startete 2025 bei 2% und bis 2050 muss der Anteil nachhaltiger Treibstoffe auf 70% steigen. Weltweit werden ähnliche Regulationen in Kraft gesetzt, um den Markthochlauf von SAF zu beschleunigen. Airlines und Treibstofflieferanten stehen also nicht mehr vor der Frage, ob sie umstellen, sondern nur noch wie schnell. Entsprechend wächst der SAF-Markt zwar stetig, aber die Versorgung befindet sich immer noch auf sehr tiefem Niveau. Im Jahr 2024 lag die weltweite SAF-Produktion bei knapp 2 Millionen Tonnen pro Jahr oder rund 0,5% des gesamten Jet-Fuel-Bedarfs. Man geht davon aus, dass bis im Jahr 2050 die weltweite Nachfrage nach SAF auf rund 200 Millionen Tonnen pro Jahr steigen wird. Es ist also eine massive Skalierung der Produktion nötig.

Versorgungslücken: ein Markt mit Chancen

Heute basiert die SAF-Produktion fast ausschliesslich auf der HEFA-Technologie (Hydroprocessed Esters and Fatty Acids), die aus Altspeiseöl oder Tierfetten gewonnen wird. Diese Rohstoffe sind jedoch stark begrenzt, was das Wachstum der SAF-Produktion limitiert. Langfristig wird HEFA-SAF daher nur ungefähr 5–10% des globalen SAFBedarfs decken können. Dies führt zu einer wachsenden Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage, weshalb skalierbare Alternativen notwendig sind, um Versorgungslücken zu schliessen. Hier kommt Synhelions Sun-to-Liquid-Technologie ins Spiel, mit der erneuerbare synthetische Treibstoffe mit nachhaltiger Solarenergie hergestellt werden. Die Technologie ermöglicht eine nahezu unbegrenzte Skalierung und wird entscheidend sein, um den Luftverkehr langfristig zu defossilisieren.

Dr. Philipp Furler

Um den Luftverkehr nachhaltig zu transformieren, braucht es neue Technologien, die skalierbar, effizient und wirtschaftlich sind.

Dr. Philipp Furler

Mehr über Dr. Philipp Furler

Dr. Philipp Furler ist CEO und Mitgründer von Synhelion. Synhelion ist ein Schweizer Cleantech-Unternehmen, das Solartreibstoffe produziert, um CO2-neutrale Mobilität zu ermöglichen. Das Unternehmen hat eine einzigartige Technologie entwickelt, die mit Hochtemperatur-Solarwärme synthetische Treibstoffe produziert. Die von Synhelion hergestellten synthetischen Treibstoffe – wie Solarbenzin, Diesel oder Kerosin – sind nachhaltig und kompatibel mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren und Triebwerken. Philipp Furler hat einen Doktortitel in Maschinenbau von der ETH Zürich. 2018 schloss er seinen Executive MBA an der University of Strathclyde ab. Dr. Furler verfügt über mehr als zehn Jahre Erfahrung in der Hochtemperatur-Solarchemie und Reaktortechnik. Philipp Furler war Mitgründer des ETH-Spin-off-Unternehmens Sunredox, das 2018 mit Synhelion fusioniert wurde.

Von der Theorie zur Praxis: Synhelion setzt neue Massstäbe

Synhelion produziert erneuerbare, synthetische Treibstoffe, um nachhaltige Mobilität zu ermöglichen. Das Unternehmen stellt solares Kerosin, Diesel und Benzin her, die fossile Brennstoffe direkt ersetzen können. Diese Solartreibstoffe schliessen den CO2-Kreislauf, da sie bei der Verbrennung nur so viel CO2 ausstossen, wie für ihre Herstellung verwendet wurde. Zudem sind sie vollständig mit der bestehenden globalen Treibstoffinfrastruktur kompatibel, von der Lagerung über den Transport bis hin zu den Verbrennungsmotoren und Flugzeug-Triebwerken. Solartreibstoffe sind besonders für diejenigen Verkehrssektoren geeignet, wo die Elektrifizierung an seine Grenzen stösst. Sie bieten eine skalierbare, erneuerbare Lösung für die Luftfahrt sowie andere Verkehrssektoren, die auf flüssige Treibstoffe angewiesen sind. Dabei sollten die verschiedenen Verkehrssektoren nicht gegeneinander ausgespielt werden, da bei der Produktion von synthetischen Treibstoffen immer sowohl Kerosin als auch Benzin und Diesel produziert werden.

Ein wesentlicher Vorteil von Synhelions Technologie liegt in der Nutzung von Solarenergie. Die Sonne ist eine der kostengünstigsten und die am weitesten verfügbare erneuerbare Energiequelle. Dank dieser Eigenschaft lässt sich die Produktion von Solartreibstoffen weltweit skalieren – was nicht nur zur Reduktion der CO2-Emissionen beiträgt, sondern auch zur globalen Energiesicherheit und zur Unabhängigkeit von fossilen Treibstoffen.

Synhelion hat den Übergang von der Forschung zur industriellen Anwendung erfolgreich gemeistert. 2024 wurde mit DAWN in Deutschland die weltweit erste industrielle Anlage zur Produktion von Solartreibstoff eröffnet. Als nächsten Schritt plant Synhelion
bereits seine ersten kommerziellen und wettbewerbsfähigen Produktionsanlagen RISE und SHINE.

Die Entwicklung ist abgeschlossen – die Technologie ist einsatzbereit und kann nun weltweit skaliert werden. Um die Netto-Null-Ziele zu erreichen, ist jetzt der richtige Zeitpunkt für Investitionen in den Aufbau grossflächiger Produktionskapazitäten. Nur wenn wir jetzt entschlossen handeln, kann der Wandel zu nachhaltigen Treibstoffen Realität werden.

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Das Spiegelfeld fängt die Sonnenstrahlen ein. Quelle: Synhelion AG

Jetzt beginnt das Scale-up

Um den Verkehrssektor substanziell zu defossilisieren, braucht es eine rasche Skalierung der Produktion. Deshalb hat Synhelion in der Technologieentwicklung Skalierbarkeit und Wirtschaftlichkeit als oberstes Credo genommen. Unsere Lösung basiert auf günstiger Solarenergie, einer günstigen Kohlenstoffquelle und einem besonders effizienten Prozess. Dank dieser Schlüsselfaktoren können die Herstellungskosten der Treibstoffe langfristig auf 1 CHF pro Liter gesenkt werden.

Ein entscheidender Erfolgsfaktor sind Pionierkunden, die den Wandel aktiv mitgestalten. Unternehmen wie SWISS, Pilatus Flugzeugwerke, die AMAG Group, die Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees (SGV), der Flughafen Zürich oder die Bergbahnen Lenzerheide haben bereits mit Synhelion Abnahmeverträge für Solartreibstoffe unterzeichnet. Durch ihre langfristigen Abnahmeverpflichtungen ermöglichen sie nicht nur den Markteintritt erneuerbarer Treibstoffe, sondern setzen auch ein starkes Zeichen für nachhaltige Mobilität. Dies zeigt, dass Solartreibstoffe nicht mehr Zukunftsvision, sondern bereits Realität sind und dass Unternehmen, die heute handeln, morgen die Vorreiter einer nachhaltigen Mobilität sein werden.

Der Weg zum nachhaltigen Luftverkehr ist klar: Die Produktion von SAF muss massiv gesteigert werden, um die ambitionierten Klimaziele der Branche zu erreichen. Synhelion zeigt mit der ersten industriellen Produktion von Solartreibstoffen, dass der Übergang von der Forschung in die Industrie gelungen ist. Jetzt geht es darum, das Scale-up voranzutreiben und den Markt für nachhaltige Treibstoffe global zu etablieren.